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Jahrgang 12 und 13: Geschichtsunterricht aus einer anderen Perspektive – außerschulischer Lernort (Exkursion BallinStadt)

NERA5549Passend zum derzeitigen Thema der Geschichtskurse unseres 12. Jahrganges ging es auf eine Exkursion nach Hamburg. Das Ziel war das Auswanderermuseum „Ballinstadt“, das im Rahmen unseres Unterrichts einen exemplarischen Lernort darstellt, denn die Beschäftigung mit der sogenannten „Amerikanischen Unabhängigkeitserklärung“ und die damit verbundene Revolution ist unter anderem durch ihre persönlichen Geschichten bekannt geworden.

 

LIRV2508Das Museum wurde am Ort der früheren Auswandererhallen in Hamburg errichtet. Es liegt in der Nähe des Hamburger Hafens. An genau dieser Stelle begann für viele Menschen ab 1901 ein neues Leben in Übersee. Der Name des Museums geht auf Albert Ballin zurück, der als Hapag-Reeder die ersten Auswandererhallen errichten ließ.

Wir hatten die Möglichkeit das Thema der ,,Amerikanische Revolution” aus der Sichtweise der persönlich betroffenen Personen zu erleben und zu verstehen. Das Hauptaugenmerk der Exkursion lag auf den „Push“ and „Pull“ Faktoren, die insbesondere deutsche Auswanderer dazu motivierten, in die neue Welt zu reisen. Die Attraktivität der neuen Welt sowie die Repressalien auf dem europäischen Kontinent machten es den Abenteuern leicht, an Bord zu gehen und sich auf die Reise zu begeben.

PTOC2483Wir untersuchten das Museum also nach individuellen, aber auch nach politischen Motiven der Auswanderung. Die Geschichten der individuellen Schicksale machten deutlich, dass nicht nur monetäre-, sondern auch politische Motive im Sinne der freien Ausübung der Religion (u.a. Puritaner und Quäker), die freie Meinungsäußerung und die Pressefreiheit die Menschen bewegten auszureisen.

 

Es gibt zwei Haupthallen im Museum. In der ersten Halle des Museums beschäftigten wir uns mit der Ankunft der Auswanderer und dem Prozedere, den sich die ankommenden Menschen unterziehen mussten. Hier wurde deutlich, was für Einschränkungen die Auswanderer erleben mussten, um in die neue Welt zu gelangen. Vor allem die strengen Hygienemaßnahmen sorgten hier für Aufstände unter den Betroffenen. Die Anzahl von Menschen, die in die neue Welt immigrierten, unterschied sich nach ihrer Herkunft. Während es bei Deutschen und Briten keine wirkliche „Obergrenze“ gab, entschied man sich auf dem nordamerikanischen Kontinent dazu, die Anzahl von Menschen aus osteuropäischen Ländern zu begrenzen. Zu den Gründen wurde nichts gesagt – es spricht aber vieles dafür, dass u.a. der geringe Hygienestandard osteuropäischer Länder ein Grund dafür gewesen sein könnte.

In der zweiten Halle des Gebäudes erfuhren wir die Beweggründe der Auswanderung. Hier spielten die eingangs erwähnten Push und Pull-Faktoren eine große Rolle.

Unter Pull-Faktoren werden Wanderungsbewegungen verstanden, bei denen bestimmte Anreize in ein bestimmtes Land zu wandern attraktiv erscheinen. Ein hoher Lebensstandard - z.B. ein gesetzliches Krankenversicherungssystem, diverse andere Wohlfahrtsstaatskonzepte, aber auch eine hohe Anzahl an Arbeitsplätzen fallen unter diese Anreize. Die im Museum vorhandene Nähe zu persönlichen Auswanderergeschichten durchbrach die im Unterricht stärker vorhandene theoretische Ebene der Distanz.              
Als Push-Faktor werden Wanderungsbewegungen verstanden, bei denen der Druck im eigenen Land die Menschen zur Ausreise veranlasst. Darunter gehören Krieg, (politische) Verfolgung, Armut und Hunger, um nur einige zu nennen. Hier zeigten sich einige Lücken im Museum. Zwar erfuhren wir hier und dort kleine Geschichte dazu, im Großen und Ganzen verblassten die Push-Faktoren aber neben den stark auftretenden Pull-Faktoren. Hier hätten sich viele Schülerinnen und Schüler eine Vertiefung gewünscht, z.B. die vielen Revolutionen des 18. und 19. Jh. auf dem europäischen Kontinent und die damit einhergehenden Wanderungsbewegungen.

Grundsätzlich bot die Exkursion einen unterrichtlichen Mehrwert. In der Nachbesprechung tauschten wir uns im Seminarraum über die Leitfrage der Exkursion sehr diskussionsfreudig aus. Diese lautete: Erläutern Sie mithilfe von konkreten Exponaten, inwiefern individuelle und politische Motive eine zentrale Rolle bei der Auswanderung in die neue Welt spielten. Das Ergebnis fiel bei jedem Schüler durch die vielen neuen Eindrücke sehr unterschiedlich aus. Dennoch waren wir uns einig, dass sich an den Gründen, in ein neues Land einzuwandern, bis heute nicht viel geändert hat. Auch wenn wir viele museumspädagogische Kritikpunkte festhalten konnten (u.a. dürftige Museumsführung, wenige „echte“ Exponate), möchten wir diesen außerschulischen Lernort als einen lehrreichen Tag unserer Oberstufenzeit in Erinnerung behalten und die Erkenntnisse mit in den Unterricht nehmen.

Marie aus dem LK Geschichte des 12. Jahrganges, Unterstützung durch Amin Mirabi

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